Ground Body Reflection
Performance und Installation
Bildraum 07, Wien, 2023
In der Ausstellung Ground Body Reflection untersucht Matthias Mollner den problematischen Umgang des Menschen mit der ihn umgebenden belebten und unbelebten Natur. Mit einer dichten und mit allen Sinnen erfahrbaren Performanceinstallation reflektiert der Künstler den Einfluss des Homo sapiens auf den Erdboden, auf jene Substanz, die wie Wasser essentiell für das Leben ist. In der rasant voranschreitenden Klimakatastrophe nimmt der Boden eine besonders wichtige und sensible Rolle ein. Er ist Speicher und Schutzdecke, Lebensgrundlage und Landschaftsform. Als unterirdische Welt bietet er Würmern und vielen anderen, für uns meist unsichtbaren Kreaturen Raum und beinhaltet wertvolle Ressourcen wie Wasser und Mineralien. Durch menschengemachte Eingriffe wie der Versiegelung mit Beton und Asphalt sowie der Kontaminierung mit Giftstoffen und Düngemitteln wird dieses über einen Zeitraum von Millionen Jahren entstandene, fein austarierte System nachhaltig geschädigt.
Die im Ausstellungsraum errichtete Performanceinstallation ist eine abstrahierte Nachbildung eines vom Menschen geschaffenen Systems, das im Spannungsfeld zwischen strenger Ordnung und wildem Chaos steht. In einem Raster aus ca. 100 schwarzen, mit Erde gefüllten Eimern befinden sich verschiedene Objekte, Materialien und Körper, die in der Performance miteinander in Beziehung gebracht und zu einem fragilen Netzwerk geknüpft werden. Der Künstler holt dabei die Besucher:innen mitten ins Geschehen und ermöglicht ihnen, selbst zu einem Teil der Handlung zu werden. Der Mensch als biologisch gewachsenes und kulturell geprägtes Wesen begegnet in dieser Performance einem widerstandslosen Erdkörper, den er nach Lust und Laune manipulieren und transformieren kann. Gleichzeitig beobachtet und dokumentiert das Auge einer Videokamera diesen Prozess.
Es ist für das System von enormer Bedeutung, den Nährwert des Bodens zu kennen. Aus diesem Grund schnüffeln unsere Agenten in Hohlräumen und Partikelhaufen, um alle Ressourcen aufzuspüren, zu katalogisieren und in weiterer Folge zu bearbeiten.
Um einen Nutzen für menschliche Gesellschaften zu schaffen, müssen diese Vorkommen
Erstens: Bezifferbare Werte besitzen oder in bezifferbare Werte verwandelt werden.
Zweitens: Kontrollierbar sein oder kontrollierbar gemacht werden.
Drittens: Rasch verfügbar sein oder zur raschen Verfügbarkeit bereitet werden.
Das ist relevant. Weitere Punkte sind vernachlässigbar.
Fotocredits:
Performance - Dušana Baltić
Installation - Manuel Carreon Lopez (kunstdokumentation.com). Matthias Mollner