Black Ferk Referenzprojekte

CRASH!

Erste internationale Kunstausstellung zu ME/CFS. Künstlerhaus Wien, 2023.
Mit 23 beteiligten Künstler:innen und Aktivist:innen.
Kuratiert von Black Ferk Studio (Matthias Mollner und Judith Schoßböck)

ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) heißt das Monster, gegen das so viele betroffene Menschen und ihre Angehörigen in Österreich und weltweit kämpfen. Eine schwere und keineswegs seltene Multisystemerkrankung, für die es bis heute weder eine kausale Therapie noch eine allgemein zugängliche Behandlung gibt. Infolge der Covid-19-Pandemie und durch die Millionen von Post- bzw. Long-Covid-Betroffenen ist diese oft verkannte und vom Gesellschafts- und Gesundheitssystem verharmloste Krankheit ein Stück mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

„Diese Ausstellung in diesem Terror überhaupt zu versuchen, ist kompletter Wahnsinn“ – das war einer der Gedanken, die Judith Schoßböck und Matthias Mollner durch den Kopf gingen, als sie im Herbst 2021 beschlossen, ihren persönlichen Schicksalsschlag in die Kunst zu übersetzen – als Verarbeitung des Erlebten und als intimer Einblick in eine stille und unsichtbare Welt, in der „Millionen vermisste Menschen“ (#MillionsMissing) ihre wenigen Energiereserven für das tägliche (Über-)Leben und mehr Anerkennung mobilisieren. Eine Krankheit, die dem vorherrschenden Motivations- und Leistungsdenken diametral entgegensteht, da sie Aktivität und Anstrengung mit einer Zustandsverschlechterung bestraft.

Mollner und Schoßböck (alias Black Ferk Studio) sowie weitere betroffene Künstler:innen und Kreative reflektieren in dieser Ausstellung die mit ME/CFS verbundene Lebensrealität. Kunst zu schaffen, erhält in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung, da sie für Betroffene auch eine riskante, mit körperlichen Folgen verbundene Betätigung ist. Die meist vorhandene extreme Reizempfindlichkeit macht jede Aktivität oder Teilnahme an einer Gemeinschaft zu einer besonderen Herausforderung.

In der Schau verbinden sich künstlerische Perspektiven und weiterführendes Wissen zu einem thematischen Bogen: vom persönlichen Blick der Betroffenen zum gesellschaftlichen Standpunkt, von der Machtlosigkeit zum aktivistischen Kampf, von der Isolation des Individuums zur Sicht als Gemeinschaft, vom emotionalen Erleben im Dauerkrisenmodus zu wissenschaftlichen Fakten. Die Ausstellung erzählt Geschichten von der „Nachtseite des Lebens“ (wie Susan Sontag Krankheit als Metapher umschrieb), gibt Einblicke in deren Bewältigung, und stemmt sich mit Offenheit und schwarzbuntem Humor gegen das Leid und das Vergessen.

Mit Arbeiten von
Christina Baltais, Broken Battery, Ruth Braham, Martine Brandt, Whitney Dafoe, Sibylle Dahrendorf, Faraz Fallahi, Franziska Hannig, Mila und Sabine Hermisson, Hazel Hughes, Sunniva Innstrand, Noli Kat, Matthias Mollner, Renate Mowlam, Martin Keogh aka The Missing Neighbor, Olivia, Kristine Cornelia Paulsen, Anna Parker, Judith Schoßböck, Ilse Sjouke, James Strazza, Mark Tuschman, Anil van der Zee

Künstlerhaus Wien

Das unsichtbare Leiden mit ME/CFS

Ausstellung im Landtag von Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Deutschland, 2025.
Kuratiert von Black Ferk Studio (Matthias Mollner)

In der von Matthias Mollner entworfenen und gebauten Rauminstallation präsentieren sieben Künstler:innen Werke, die sich mit den Lebensrealitäten von Menschen mit ME/CFS und komplexen chronischen Erkrankungen auseinandersetzen. Sechs der Künstlerinnen sind oder waren selbst von ME/CFS und Begleiterkrankungen betroffen und verarbeiten in ihrer Kunst ihren persönlichen Überlebenskampf und die großen gesundheitlichen und sozialen Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, aber auch die Stärken und kreativen Lösungen, die sie im Umgang mit schweren chronischen Erkrankungen entwickelt haben.

Als Partner von Judith Schoßböck, die schwer erkrankt war und 2024 verstorben ist, betrachtet Mollner das Thema aus seiner eigenen Perspektive und zeigt eine Fotoserie betroffener Menschen.

Mit Arbeiten von
Christina Baltais, Judith de Gavarelli, Franziska Hannig, Hazel Hughes, Michaela Joch, Matthias Mollner, Judith Schoßböck


Organisiert von Mirame Arts e.V.
Bericht Landtag NRW

Fighters in the Crash Zone

Fotokunstbuch
Herausgeber: Matthias Mollner, Günther Friesinger
Autor:innen: Judith de Gavarelli, Natalie Grams, Plom Heller, Kirsten Hugendubel, Yvonne Kaisinger, Matthias Mollner, Monika Pietrzak-Fragner, Hein-Peter Schmiedebach, Judith Schoßböck
Verlag: edition mono/monochrom (Jänner 2026)

Über zwei Jahre hinweg porträtierte der Künstler Matthias Mollner Menschen, die an der schweren Multisystemerkrankung ME/CFS und weiteren komplexen chronischen Krankheiten leiden. Gemeinsam mit seiner schwerstkranken und 2024 verstorbenen Lebenspartnerin Judith Schoßböck entstand die Idee zu diesem Buch. Es rückt diejenigen ins Zentrum, die durch ihr Schicksal allzu oft aus der Gesellschaft verschwinden und nicht mehr wahrgenommen werden.

„Fighters in the Crash Zone“ gibt in ungeschönt intimen Fotos und Interviews Einblick in die herausfordernden und oft extremen Lebensrealitäten von 18 Betroffenen und ihren pflegenden Angehörigen. Das Buch zeigt eine häufig unverstandene, da für Außenstehende meist unsichtbare Welt, in der jeder Tag zur Überlebensfrage werden kann und in der Menschen mit ihrer wenigen zur Verfügung stehenden Energie um Gesundheit, Unterstützung, Anerkennung und Würde kämpfen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Publikation liegt auf dem Umgang der Betroffenen mit ihrer Erkrankung. Die (Über-)lebensstrategien der Menschen werden dabei ebenso sichtbar gemacht wie ihre Träume, Wünsche und Stärken.

Zusätzlich zu den Betroffenen-Porträts analysieren neun Autor:innen in ihren Texten den problematischen Umgang des Medizin- und Sozialsystems, der Gesellschaft und der Politik mit ME/CFS und multisystemischen chronischen Erkrankungen.

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